Behandlungstechniken

Hier finden Sie eine kleine Auswahl der von mir angewandten Therapiekonzepte.

 

die gelenkszentrierende behandlung
nach r. SOHIER

 

Im Laufe unseres Lebens kommt es unweigerlich zu sogenannten funktionellen Dominanzen d.h. immer wieder in einer bestimmten Art und Weise durchgeführte Bewegungen (z.B. Computer-Mouse, Handtasche immer auf der gleichen Schulter) oder unvorhergesehenen Bewegungen (z.B. Stolpern).
Die biomechanische Harmonie der Gelenke wird durch diese einseitige Funktion zerstört. Eine solche Dysharmonie rein bewegungs- oder trainingstherapeutisch zu behandeln wird nur eine ungenügende Wirksamkeit haben, solange nicht die pathomechanischen Zustände auf Gelenksebene behoben werden.
Wenn man den Gedanken weiterspinnt und jedes Gelenk als einzelnes Glied einer funktionellen Kette betrachtet, erscheint es als logisch, dass eine Störung in einem einzelnen Gelenk unwillkürlich die Leistung der gesamten Gelenkkette – zu welcher es gehört – beeinflusst.
„Wenn man ein Gelenk behandelt, erweist es sich als  rationell, die oberhalb und unterhalb liegenden Gelenke zu kontrollieren.“ [R. Sohier, Das analytische Konzept, S. 71]
Die sogenannte zentrierende Gelenksbehandlung setzt sich also aus drei wesentlichen „Musts“ zusammen:

  • Entklemmen des Gelenksspaltes und dessen Gelenksinhaltes
  • Wiederherstellen der Gelenkskonkordanz/Gelenkskongruenz und somit Vergrößerung der Druckübertragungsfläche
  • Limitation der Belastungskräfte durch Entspannung verhärteter Muskulatur, Überdenkung von Sportausübungsstilen und alltäglicher Belastung.

 

 Erst wenn auf Gelenksebene alle Voraussetzungen passen, ist ein zentrierendes Training sinnvoll. Somit setzt sich eine optimale physiotherapeutische Behandlung aus der Befundung, der eventuell notwendigen Zentrierung der auffälligen Gelenke und dem darauffolgenden Zusammenstellen förderlicher Übungen und Bewegungsverhaltensmuster zusammen.

 

 
Wirkung einiger Muskelkräfte auf das Hüftgelenk
[J. Wlcek nach R. Sohier]

 

 

CranioSacral Therapie nach J. Upledger

 

Die CranioSacral Therapie© ist eine sanfte, manuelle Technik zur Entspannung des Craniosacralen Systems (=die Umhüllung von Hirn und Rückenmark).
Dieses besteht aus den 3 Hirnhäuten, der Hirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) und den Knochen des Schädels und der Wirbelsäule, an denen die Hirnhäute befestigt sind.
Seine wichtige Funktion besteht im Schutz des Gehirns (unserer Körperzentrale) und der Verbindung des Zentrums mit den peripheren Anteilen des Körpers vorwiegend über das Fasziensystem.
Eine erhöhte Spannung in einem dieser Systeme (Craniosacrales System und Fasziensystem) kann Einschränkungen der Körperfunktionen (Muskeln, Organfunktionen, Flüssigkeitszirkulationen) verursachen.

Die Upledger CranioSacral Therapie© wird getragen durch eine achtsame, wertschätzende therapeutische Haltung. [..] Die umfangreichen Möglichkeiten dieser Methode fördern die Eigenwahrnehmung und damit den Kontakt zum inneren Wissen. Somit werden Selbstregulations- und Selbstheilungsprozesse angeregt.“ [Upledger Institut Österreich]

 

 

Viszerale Manipulation nach J.P. BarraL

 

Der Körper ist eine ausgeklügelte Kombination aus vielen verschiedenen Geweben und deren unzähligen Aktivitätsebenen (Herzrhythmus, Atemrhythmus, Kontraktionen der Muskeln, Produktion und Resorption von Flüssigkeiten). Das einwandfreie Funktionieren unseres Körpers beruht auf einer harmonischen Beziehung aller Gewebe und deren Bewegungen zueinander.
Wenn nun ein Organ oder dessen bindegewebige Umhüllung eine abnormale Spannung oder Verklebung/Vernarbung aufweist, beeinflusst dies die Harmonie ebendieses Organs, seiner unmittelbaren Umgebung oder sämtlicher anderen Körperfunktionen. Es könnte zu Einschränkungen der Organfunktionen (Sodbrennen, erhöhte Leberwerte, Verstopfung) oder zu Einschränkungen in der Beweglichkeit der angrenzenden Gelenke (Wirbelsäule, Rippen, Hüfte) führen.

Die viszerale Manipulation ist eine manuelle Therapieform, die sich auf die inneren Organe und auf deren Umfeld (Membranen, Faszien, Muskeln, Knochen) konzentriert.
Mit Hilfe von Palpation (Tasten) können Spannungszustände der organ-umhüllenden Gewebe und des Aufhängeapparates der Organe erkannt werden. Durch die Anwendung spezifischer mechanischer Techniken kann die Therapeutin Verspannungen, Verklebungen, abnormalen Tonus und Verschiebung beeinflussen und verbessern.

"Der Mensch ist ein integraler Bestandteil des Kosmos und zugleich ein in sich geschlossenes System. Er besteht aus Knochen, Gelenken und Muskeln, die ihm Bewegung ermöglichen, und viszerale Strukturen, von denen die Funktion des Ganzen gewährleistet wird." [J.P. Barral, in Lehrbuch der viszeralen Osteopathie Band 1, Einleitung]

"Osteopathie ist die Kunst, den Körper zu Selbstkorrekturen herauszufordern, und viszerale Manipulationen stellen nur ein - allerdings wichtiges - Mittel dazu dar." [J.P. Barral, in Lehrbuch der viszeralen Osteopathie, Einleitung]

 

Viszerale Manipulation des Magens

 


FASZIENDISTORSIONSMODELL (FDM) NACH
S. TypaldoS

 

...wurde von Stephen Typaldos (USA) 1991 vorgestellt.
Vorwiegend handelt es sich um die Behandlung der sogenannten Faszien (lat. fascia = Band, Bündel). Das sind dünne, teilweise sehnenartige Hüllschichten aus Bindegewebe, die Muskeln, Muskelgruppen, Organe, Knochen und ganze Körperabschnitte umgeben.
Typaldos hat 6 Distorsionen des Fasziengewebes beschrieben:
- Verdrehung / Aufspaltung der bandartigen Faszienschicht entlang einer Stresslinie
- punktueller Schmerz in der Übergangszone Sehne/Knochen
- Protrusion von Gewebe aus einer tieferen Gewebeschicht durch eine darüberliegende Faszienschicht
- Verdrehung der Faltfaszien auf dem Niveau der Gelenke
- Verdrehung der oberflächlichen Faszie

- Verlust der Gleitfähigkeit einer Faszienfläche
Diese Distorsionen werden mit Hilfe von starkem manuellen Druck auf bestimmte Punkte oder Bahnen oder mittels flächigen Behandlungen gelöst.